Neuerungen in 2018

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daß uns auch das Jahr 2018 wieder viel Beachtenswertes bringen wird?

Was sollte man wissen? Was gibt es Neues?

Auf dem Weg zur Ost-West Rentenangleichung

Die von vielen als längst überfällig angesehene Schaffung eines bundesweit geltenden, einheitlichen Rentenrechts wird es ab 2025 geben. Die Renten in Ost- und Westdeutschland werden in sieben Schritten angeglichen.

Ab 1.7.2018 wird im ersten Schritt der Rentenwert Ost auf 95,8% des Westniveaus angehoben, in den darauffolgenden Jahren um jeweils 0,7%.  Zum 1.7.2025 beträgt der Rentenwert Ost dann 100% des Rentenwertes West.

Die Kosten der Angleichung trägt in den ersten Jahren die Rentenversicherung. Von 2022 an leistet der Bundeshaushalt einen Zuschuß .  Ab 2025 beträgt der Bundeszuschuß hierfür übrigens  jährlich 2 Milliarden Euro.  Um auch einmal die Dimension darzustellen.

Betriebsrente wird gestärkt

Ab 1.1.2018 tritt das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Es soll dazu beitragen,  Betriebsrenten

insbesondere in kleineren Betrieben attraktiver und stärker zu verankern.  Geplant ist u.a. eine steuerliche Förderung als Anreiz für Geringverdiener.

Arbeitgeber erhalten einen direkten Steuerzuschuß, wenn sie Beschäftigten mit weniger als 2200 Euro brutto eine Betriebsrente anbieten.

Neue Rechte für Schwerbehinderte

Zum 1.1.18 startet die 2. Stufe des Bundesteilhabegesetzes mit besseren Rechten für schwerbehinderte Menschen und der Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Unter anderem wird ein Budget für Arbeit eingeführt, welches behinderten Menschen ermöglicht,

aus einer anerkannten Behindertenwerkstatt in einen Betrieb der freien Wirtschaft oder der öffentlichen Hand zu wechseln.

Leistungsverbesserung bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

Nach dem Willen des Gesetzgebers wird die Zurechnungszeit ab 1.1.2018 stufenweise angehoben.

Jedes Jahr nehmen ca. 170.000 Versicherte die Rente wegen Erwerbsminderung in Anspruch. Viele Versicherte, die wegen Krankheit vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden müssen, sind mit der EM-Rente finanziell nicht abgesichert. Deshalb soll mit der Erhöhung der Zurechnungszeit eine Verbesserung der Leistungen in der EM-Rente sichergestellt werden.

Wer künftig von Erwerbsminderung betroffen ist, wird schrittweise bis 2024 eine durchschnittlich

bis zu 7% höhere EM-Rente erhalten. Dabei sollen all jene, die schon in jungen Jahren ihren Beruf nicht mehr voll ausüben können, bei der Rente so behandelt werden, als wären sie bis zum Alter von 65 Jahren voll erwerbstätig gewesen.

Mindestlohnänderungen für Pflegekräfte

Die Rahmenbedingungen in den Pflegeberufen werden gerade auch bei uns im Seniorenbereich oft

diskutiert und hinterfragt.

Ab 1.11.2017 trat die 3. Pflegemindestlohn-Verordnung in Kraft. Damit gilt der Pflegemindestlohn für alle Beschäftigten in der Pflegebranche. In allen Pflegebetrieben bekommen sie derzeit 10,20 Euro pro Stunde im Westen und 9,50 Euro im Osten. Zum 1.1.2018 beträgt der Mindestlohn dann 10,55 Euro im Westen und 10,05 Euro im Osten. Bis 2020 steigt er weiter schrittweise an. Der Pflegemindestlohn liegt damit über dem gesetzlichen Mindestlohn – das kommt vor allem Pflegehilfskräften zugute.

 Neue Frist für die Abgabe der Steuerklärung

Ab 2018 gilt eine längere Frist für die Abgabe der Steuererklärung.  Diese muß dann erst bis zum 1. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingehen, sprich die Steuererklärung 2018 zum 31.7.2019. Wenn sie einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragen, hat dieser künftig bis zum 28./29. Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärung abzugeben.

Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und Kindergeld steigen 2018

Der Grundfreibetrag steigt um 180 Euro auf 9000 Euro

Der Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro auf 4788 Euro

Das Kindergeld erhöht sich um monatlich 2 Euro

Wechsel auf All-IP bei Telefonanbietern

ISDN Anschlüsse in Deutschland werden nach und nach durch IP-Anschlüsse ersetzt. Von der ISDN Abschaltung sind weit über 20 Millionen Anschlüsse in Deutschland betroffen.

2018 werden auch in der Region Großbeeren noch viele Anschlüsse umgestellt. Das betrifft zum Beispiel Telekom Kunden mit den alten Call & Surf Tarifen.

Neue Router und Telefone werden meist notwendig.

Die Telefonanbieter werden sie frühzeitig und auch mehrmals anschreiben und um Kontaktaufnahme bitten. Reagieren Sie nicht, riskieren Sie Kündigungen und Anschlußsperrungen.

eCall für neue PKW und Transporter 2018 Pflicht

Neue Pkw Modelle müssen ab 31.3.2018 mit einem automatischen Notrufsystem ausgestattet

sein. Der sogenannte eCall wird dann europaweit vorgeschrieben. Im Falle eines schweren Unfalls alarmiert eCall über die Rufnummer 112 automatisch den Rettungsdienst  und übermittelt die Position des Autos an die Rettungsleitstelle.

Es gibt keine Nachrüstpflicht.

Mehr Verbraucherrecht im Reiserecht

Ab dem 1.7.2018 gilt die neue Pauschalreiserichtlinie. Sie erweitert den bei Pauschalreisen geltenden Verbraucherschutz auch auf Reisen, die sich der Kunde im Internet selbst zusammenstellt.

Danach ist der Betreiber eines Reiseportals künftig wie ein Pauschalreiseanbieter in der Pflicht.

Keine Gebühren mehr bei Kartenzahlung

Kartenzahlungen, Überweisungen und Lastschriften werden verbraucherfreundlicher.

Ab 13.1.2018 fallen gesonderte Gebühren bei diesen Zahlungen weg. Die Regelung hat europaweite Geltung und geht auf die zweite Zahlungsrichtlinie zurück.

Die Haftung der Verbraucher für nicht autorisierte Zahlungen wird von derzeit höchstens 150 auf 50 Euro herabgesetzt. Bei  Betrug oder grober Fahrlässigkeit verbessern sich die Rechte der Verbraucher. Fehlüberweisungen von Kunden können einfacher zurückgeholt werden.

Änderungen beim Bargeld 2018

Der größte der sieben Euro-Banknoten – der 500 Euro Schein –  wird zum Ende  2018 nicht mehr ausgegeben und eingestellt. Kunden können mit ihm aber noch mindestens bis Ende des Jahres 2018 bezahlen. Aber schauen Sie doch schon mal unter Ihr Kopfkissen.

Zum Ende des Jahres 2018 werden auch neue 100 und 200 Euro-Scheine mit der neuen Europa-Serie und verbesserten Sicherheitsmerkmalen eingeführt.

 

Lutz-Peter Anton

stellv. Vors. des Seniorenbeirats