Neuerungen 2019

Wussten Sie schon …

… dass uns auch das Jahr 2019 wieder viel Beachtenswertes bringen wird?

Was sollte man wissen? Was gibt es Neues?

Neues Gesetz zur Krankenversicherung: Beiträge sinken 2019

Ab 1. Januar 2019 werden die Zusatzbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern bzw. der Rentenkasse bezahlt. Bisher wurden die Zusatzbeiträge für die Krankenkasse von den Versicherten allein bezahlt. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6% bleibt unverändert. Insgesamt sollen so die Beitragszahler um rund 8 Milliarden Euro entlastet werden.

Rentenpaket: Gesetzliche Änderungen 2019

1. Gesetzesänderung sieht „doppelte Haltelinie“ vor

Sie soll garantieren, dass durch eine Änderung der Rentenformel das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 bei 48% gehalten wird. Gleichzeitig legt sich die Bundesregierung gesetzlich darauf fest, den Beitragssatz zur Rentenversicherung bis 2025 nicht über 20% zu erhöhen.

2. Änderungen bei der Erwerbsminderungsrente

Zurechnungszeiten werden weiter ausgedehnt. Wer einen neuen Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente stellt, soll rentenrechtlich so behandelt werden, als wenn er bis zum eigentlichen Renteneintrittsalter gearbeitet hätte. Konkret bedeutet das: Die Zurechnungszeiten werden angehoben und im ersten Schritt werden die Renten so berechnet als hätten die Erwerbsminderungsrentner bis zu einem Alter von 65 Jahren und 8 Monaten gearbeitet. Danach wird die Zurechnungszeit in weiteren Monatsschritten entsprechend der Anhebung der Regelaltersgrenze auf das Alter von 67 angehoben.

3. Gesetz zur Mütterrente wird überarbeitet

Künftig sollen alle Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren sind, zusätzliche Rentenansprüche bekommen. Sie bekommen ab 2019 einen halben Rentenpunkt mehr anerkannt. Damit erhalten sie 2,5 Rentenpunkte und genauso 2,5 Jahre Erziehungszeit anerkannt. Mütter, deren Kinder nach 1992 geboren sind, werden drei Jahre angerechnet.

4. Änderungen für geringfügig Beschäftigte

Das Rentenpaket sieht auch Erleichterungen für Geringverdiener vor. Der sogenannte Übergangsbereich zwischen einen Minijob und einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird ausgeweitet. Midijobber dürfen dann zwischen 450 und 1300 Euro (bisher 850 Euro) verdienen und zahlen dabei reduzierte Sozialversicherungsbeiträge.

Sobald die ersten Änderungen bei der Rente mit dem 1. Januar 2019 in Kraft getreten sind, will Sozialminister Heil das Rentenpaket 2 schnüren. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die sogenannte Grundrente. Diese soll bis zur Hälfte der Legislaturperiode im Herbst 2019 eingeführt werden und für mehr finanzielle Unterstützung von Geringverdienern sorgen.

Wer aufgrund niedriger Einzahlungen in die Rentenkasse im Alter Grundsicherung bezieht, könnte dann unter bestimmten Voraussetzungen künftig etwas mehr Geld bekommen. Mit der geplanten Grundrente erhalten Menschen, die mindestens 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, einen Zuschlag zu ihrer gesetzlichen Rente, so dass diese 10% über dem regionalen Grundsicherungsbedarf liegt. Haben Personen in ihrem Beruf zugunsten von Kindererziehung oder der Pflege eines Angehörigen pausiert, sollen diese Zeiten auf die Renteneinzahlung angerechnet werden.

Familienentlastungsgesetz: Kindergeld, Kinderfreibetrag und Grundfreibetrag

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgelegt, dass sie Familien stärker entlasten und stärker an den hohen Steuereinnahmen der guten Konjunktur teilhaben lassen wollen. Genau dies soll nun mit dem Familienentlastungsgesetz geschehen.

Das Kindergeld steigt ab 1. Juli 2019 beim ersten und zweiten Kind von derzeit 194 Euro auf 204 Euro. Auch beim dritten und jedem weiteren Kind wird es Erhöhungen um 10 Euro geben.

Neben der Erhöhung des Kindergelds plant die Bundesregierung den steuerlichen Kinderfreibetrag zu erhöhen. Er soll in zwei gleichen Teilen zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020 um jeweils 192 Euro steigen. So erhöht er sich im Jahr 2019 von 7428 Euro auf 7620 Euro und im Jahr 2020 dann weiter auf 7812 Euro.

Weiterhin ist die Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrages im Jahr 2019 auf 9168 Euro und 2020 auf 9408 Euro geplant. Derzeit liegt der Grundfreibetrag bei 9000 Euro. Auf diesen Teil des Einkommens muss keine Einkommenssteuer gezahlt werden.

Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sinken 2019

Das Bundeskabinett hat die Senkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung im September 2018 auf den Weg gebracht. Dadurch sollen die Beitragszahler im Jahr 2019 um insgesamt rund 6 Milliarden Euro entlastet werden. Der Beitragssatz wird dauerhaft auf 2,6% und per Verordnung um weitere 0,1 Prozentpunkte befristet bis zum Jahr 2022 gesenkt.

Änderungen bei der Pflegeversicherung: Beiträge sollen steigen

In der Pflegeversicherung kommt es zu einer Beitragssteigerung – voraussichtlich um 0,3%. Begründung ist, dass in der Pflegeversicherung mehr Geld benötigt wird, um dem bestehenden Pflegenotstand entgegenzuwirken. Damit müssen Arbeitnehmer mit Kind bald 2,85% ihres Bruttoeinkommens an die Pflegekasse abgeben. Da die Kosten zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen werden, würden Angestellte demnach bald 1,425 statt bisher 1,275% zahlen.

Neues Gesetz zur „Brückenteilzeit“ kommt ab Januar 2019

Wer seine Arbeitszeit nur für eine bestimmte Zeit verkürzen will, soll ab 2019 ein Rückkehrrecht zu einer Vollzeitstelle bekommen. Die neue „Brückenteilzeit“ soll für alle Arbeitnehmer greifen, die ab dem 1. Januar 2019 einen Arbeitsvertrag in Teilzeit abschließen. Weitere wichtige Vorraussetzung: Der Arbeitnehmer muss in einem Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern arbeiten.

Höherer Mindestlohn ab Januar 2019

Der gesetzliche Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2019 um 42 Cent und im Jahr darauf noch einmal um 16 Cent. Arbeitnehmer haben somit ab dem kommenden Jahr Anspruch auf einen Mindestlohn in Höhe von 9,19 Euro pro Stunde.

EU-Kraftstoff-Kennzeichnung kommt ab 2019

Die EU-Kommission hat eine einheitliche EU-Kraftstoff-Kennzeichnung beschlossen. Denn gerade im Ausland stellt sich oft die Frage, was denn nun Benzin oder Diesel in der jeweiligen Landessprache heißt. Die Etiketten sollen deutlich sichtbar an allen Zapfpistolen, an den Zapfsäulen selbst sowie in der Bedienungsanleitung und in unmittelbarer Nähe der Tankklappe von Neufahrzeugen zu finden sein.

Günstigere Telefonate in der EU ab Mai 2019

Nach dem Ende der Roaming Gebühren sollen auch die Kosten für ein Telefonat in der EU weiter sinken. Wenn es nach der EU geht, sollen Telefongespräche ab Mai 2019 nicht mehr als 19 Cent pro Minute kosten dürfen. Für SMS an ausländische Nummern sollen maximal sechs Cent fällig werden.

Und zum Abschluss noch eine gute Nachricht für unsere Rentnerinnen und Rentner.

Es wird eine

kräftige Rentenerhöhung für 2019 erwartet

Dies hängt vornehmlich mit dem Anstieg der Löhne und Gehälter zusammen, die in diesem Jahr 2018 um fast 4% gestiegen sind.

Nach dem Entwurf des neuen Rentenversicherungsberichtes 2018 sollen es ab dem 1.7.2019 folgende Rentenerhöhungen geben:

Rentenanpassung West = 3,18%

Rentenanpassung Ost = 3,91%

Diese Zahlen sind aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch reine Schätzungen.

 

Ich wünsche Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das Jahr 2019.

Herzlichst, Ihr

Lutz-Peter Anton

Stellv. Vorsitzender des Seniorenbeirats